Wir sind die fünf Gewinner des Healthy Hub 2025
von Elmar Waldschmitt
Die vier Kassen des Healthy Hub haben in ihrem fünften Wettbewerb gemeinsam Start-ups ausgewählt, die drängende Versorgungslücken schließen: von Männergesundheit über Augenheilkunde bis hin zur Herz-Kreislauf-Prävention. Alle fünf Gewinner arbeiten nun gemeinsam mit ihrer Partner-Krankenkasse an einem Pilotprojekt. Ziel ist es, ihre Lösungen zeitnah in die Versorgung der gesetzlichen Krankenversicherung zu integrieren. Dazu entwickeln sie gemeinsam eine selektivvertragliche Grundlage und ein funktionierendes Versorgungsmodell.
Die fünf Healthy-Hub-Sieger 2025 und ihre Partnerkassen im Überblick
XUND – SBK:
Viele Versicherte wissen nicht, welche Leistungen ihre Krankenkasse anbietet – und noch weniger, welche davon für sie persönlich relevant sind. Dadurch bleiben Präventionschancen und Versorgungspotenziale oft ungenutzt. Genau hier setzt der digitale Health Check von XUND an: Er richtet sich an Menschen, die ihre Gesundheit proaktiv in die Hand nehmen wollen. Der Health Check stellt Fragen zu Lebensstil, Medikation und Krankengeschichte und erstellt auf Basis evidenzbasierter medizinischer Inhalte ein individuelles Risikoprofil. So erhalten Versicherte ein ganzheitliches Bild ihrer aktuellen Gesundheit und möglicher Risikofaktoren – sowie konkrete, personalisierte Empfehlungen: etwa zu passenden ärztlichen Leistungen, Präventionskursen oder Gesundheitsservices ihrer Krankenkasse. Ziel ist es, frühzeitig Versorgungslücken zu erkennen, präventiv gegenzusteuern, unnötige Arzt- oder Klinikbesuche zu vermeiden und Patientinnen und Patienten gezielt in die richtige Versorgung zu leiten. XUND unterstützt damit sowohl Versicherte als auch Krankenkassen bei einer effizienteren, präventionsorientierten und patientenzentrierten Navigation durch das Gesundheitssystem.
MACULIGHT von Ciromed – BIG direkt gesund und mhplus:
Die trockene altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Form einer langsam fortschreitenden Erkrankung der Augennetzhaut. Sie betrifft Millionen Menschen in Deutschland und kann zu schwerer Sehbehinderung führen. Bislang steht Betroffenen lediglich eine aufwändige stationäre Lichttherapie zur Verfügung, die oft mehrere Sitzungen pro Woche in spezialisierten Kliniken erfordert. MACULIGHT bringt die gleiche Technologie erstmals in Form eines handlichen Geräts nach Hause. Die Behandlung ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten pro Sitzung und wird digital überwacht. Damit wird eine kontinuierliche Versorgung für viele Patientinnen und Patienten möglich, die sonst aufgrund von Entfernung oder Mobilitätshürden keine Therapie erhalten könnten.
Sorea von Nia Health – BIG direkt gesund: Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Psoriasis (Schuppenflechte), die oft mit starken psychischen und körperlichen Belastungen einhergeht. Die App Sorea begleitet Patientinnen und Patienten digital, dokumentiert Symptome, Triggerfaktoren und Therapieverläufe und schafft damit die Basis für eine präzisere medizinische Betreuung. So können Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen frühzeitig erkannt werden. Zudem ermöglicht Sorea eine strukturierte Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten und Patientinnen und Patienten, was die Therapieerfolge erheblich steigern kann.
Probatix und Zotz|Klimas – IKK Südwest: Rund 20 Prozent der Bevölkerung haben erhöhte Lipoprotein(a)-Werte – ein kaum bekannter Risikofaktor für Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Probatix bietet erstmals die Möglichkeit, diesen Wert per Heimtest zu messen. Versicherte entnehmen selbst eine kleine Blutprobe, die im Partnerlabor Zotz|Klimas analysiert wird. Das Ergebnis wird ihnen digital übermittelt und bei auffälligen Werten erfolgt automatisch eine ärztliche Empfehlung zur weiteren Abklärung. Diese Lösung integriert eine bislang wenig genutzte Präventionsmöglichkeit niederschwellig in die Versorgung – mit dem großen Potenzial, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu verhindern.
Adon Health – SBK: Männer gehen seltener zum Arzt oder nehmen Vorsorgeangebote weniger wahr. Adon Health will das ändern – mit einem einfachen Heimtest auf Testosteronmangel. Studien belegen, dass die Normalisierung des Testosteronspiegels das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Kreislaufstörungen senken kann, ohne schwerwiegende Nebenwirkungen wie Prostatakrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verursachen. Männer können selbstständig einen Speichel- oder Bluttest durchführen, erhalten einen medizinischen Befund und bei Bedarf eine digitale ärztliche Beratung bis hin zur Einleitung einer Therapie. Damit wird ein sensibler Bereich der Männergesundheit erstmals niedrigschwellig adressiert - vollständig digital, ohne Wartezimmer und ohne Stigmatisierung.